Lesestoff

Maxwell G. Lay: "Die Geschichte der Straße"

Maxwell G. Lay: "Die Geschichte der Straße - Vom Trampelpfad zur Autobahn"
Campus Verlag, 1994, ISBN 3-593-35132-3
Titel der amerikanischen Originalausgabe: "A Story of the World's Roads and of the Vehicles That Used Them "

Was ein wenig nach Entwicklungsroman tönt, ist ein spannendes Fachbuch zur Geschichte des Strassenbaus, eng verknüpft mit der Entwicklung des Transportwesens und der entsprechenden Vehikel.

Dabei wird die gesamte Entwicklung von den ersten Pfaden, die noch Wildwechseln folgten, bis zum Bau von modernen Autobahnen Schritt für Schritt aufgezeigt. Faszinierend, dass das, was wir täglich benutzen, ohne einen weiteren Gedanken darauf zu verschwenden, kulturell gesehen einen langen, vieltausendjährigen Prozess durchgemacht hat.

Die Entwicklung der Strasse und des motorisierten Verkehrs sind dabei untrennbar miteinander verwoben. Beispielsweise entspricht eine heutige PKW-Breite etwa der von zwei nebeneinander gespannten Pferden. Auch politische, militärische wie auch die technische Entwicklungen und Prozesse haben und hatten immer direkten Einfluss ob, wie und wo Strassen oder Kunstbauten erstellt wurden. Auf der anderen Seite haben Strassen und Transportmittel auch jeweils entscheidenden Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen (Stadtgrösse, Reisegewohnheiten, politische Umstürze).

Lay gelingt es, eine Fülle von Fakten in eine spannend lesbare Form zu bringen. Seit der Lektüre fahre ich zwar nicht besser Motorrad, sehe das Ding, das unter dem Vorderrad verschwindet aber mit anderen Augen ;-)

"Jupiters Fahrt" von Ted Simon - Ein Klassiker

Ted Simon "Jupiters Fahrt - Mit dem Motorrad um die Welt"
ISBN 978 3 499 12653 6
Originaltitel "Jupiter´s Travels ", 1979

Ein 42jähriger, britischer Journalist der Sunday Times, der weder Motorrad fährt noch eines besitzt beschliesst 1973 die Welt mit einem solchen zu umrunden. Er besorgt sich eine Triumph T 100-P mit 500 cc, macht schnell den Führerschein und fährt los in Richtung Afrika.

Was das nicht mehr neue Buch in meinen Augen so lesenswert macht, sind weniger die etwas elegisch-esoterisch geratenen Abschnitte sondern die offene Art, wie Ted Simon auch die eigen Lebenskrise beschreibt. Das Buch ist durchgehend spannend zu lesen, nicht zuletzt auch als schon fast historischer Reisebericht.

Artikel zur Harley-Davidson VRSCDX Night Rod Special

Für mich ist das Böser-Bube-Image der Harley-Davidson-Motorrädern etwa so authentisch wie Laura Ashley-Möbel in einer städtischen 3-Zimmer-Mietskasernenwohnung. Trotzdem, und ohne Neid: Harleys sind immer wieder schön anzuschauen. Ein wunderbarer Artikel zur VRSCDX Night Rod Special findet sich in der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen.

Ein Artikel über Raserstrecken in der Eifel

... in der FAZ.

Von einer langwährenden Liebe zu einer BMW R 90 S ...

erzählt der Spiegel.

Gründer der Hells Angel will keine Harley ;-)

Bin kürzlich über ein interessantes Zitat aus dem Buch "Hells Angel. Mein Leben." von Ralph "Sonny" Barger gestolpert: Was die technische Perfektion angeht, mag ich persönlich gar keine Harleys. Ich fahre sie, weil ich im Club bin und sie zum Image des Clubs gehören, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich eher für eine Honda ST 1100 oder eine BMW entscheiden. (S. 70 der 4. Auflage aus dem Rowohlt Taschenbuch Verlag)

Memoiren des Hells Angel-Gründers Sonny Barger

Es ist sicher nicht so, dass mit den Memoiren des Hells Angel-Gründers eine objektives Licht auf das Wesen der amerikanischen Motorad-Gangs geworfen wird ("Hells Angel. Mein Leben." von Sonny Barger). Nach Barger sind die HA nur ein Haufer verschworener, der unbedingten Ehre und Treue verpflichteter und freiheitsliebender Biker. Nicht desto trotz bietet dieses Buch ein spannenden Blick auf eine durchaus faszinierende Subkultur. Dabei wird das Buch m. E. besonders stark, wenn Berger von den kleinen Nöten eines Biker-Daseins erzählt: wie er eigentlich lieber eine BMW fahren würde, es aber das HA-Dogma nicht erlaubt, wie sich das Signet des "Death Head" entwickelt hat oder was man tun muss, wenn eine Harley ab Fabrik leckt.

Sicher ankommen mit "Sicher Ankommen!"

Es gibt Bücher, die liest man und nickt dabei ständig mit dem Kopf. Ein solches Buch ist "Sicher Ankommen! Motorradfahren mit Verstand" von David Hough. Ich habe selten ein Buch (und noch nie ein Motorradbuch!) gelesen , dass mir eine solche Fülle von (auch nur im geheimen gestellten) Fragen beantwortet und neue Erkenntnisse geliefert hat, wie dieses 182 Seiten starke Werk über sicheres Motorradfahren.

Oft habe ich - ein eher defensiver Fahrer - über diese infantilen Diskussionen in den Biker-Forum geärgert, wo mit abgeschliffenen Zylinderabdeckhauben, haarsträubenden Kontakten mit anderen Verkehrsteilnehmern und abgefahrenen Angstrillen geprahlt wurde. Mit dem Buch von David Hough, dass von grossem Sachverstand zeugt und gleichzeitig wunderbar lesbar ist bin fühlte ich mich plötzlich verstanden - realisierte aber gleichzeitig mit Schrecken die viele Fehler, die ich auf meinen beiden Rädern noch mache. Nach jedem Kapitel sass ich mit neuen Erkenntnissen im Sattel und habe viele neuen Facetten des Töfffahrens kennengelernt. Nicht dass ich mit der Lektüre automatisch ein besserer Motorradfahrer geworden wäre, meine aber, dass die Chance dazu gestiegen sind.

Schmierige Sache

Von CASTROL gibt es ein 72seitiges
ABC der Schmierung (Aufbau, Verwendung und Eigenschaften von Schmierstoffen) als PDF zum Download.

Enttäuschendes Buch "Moderne Fahrwerkstechnik"

Habe mir bei einem bekannten Online-Buchversand das
Fachbuch von Wolfgang Zeyen "Moderne Fahrwerkstechnik
- Grundlagen, Entwurf, Abstimmung" (Motorbuch-Verlag,
1. Auflage, 2004) kommen lassen und bin enttäuscht.

Das Buch kommt gebunden, mit zahlreichen
Hochglanzfotos und Schemazeichnungen. An den Fotos und
den Zeichnungen ist nichts auszusetzen - ganz im
Gegenteil, ist alles schön und gut. Nur ist oft kein
Zusammenhang zwischen dem Fliesstext und den
Bildunterschriften/Illustrationen auszumachen
beziehungsweise muss über mehrer Seiten gesucht werden
(es fehlen disbezügliche Verweise im Text). Zudem
nerven die zahlreichen Druckfehler. Ein grosser Raum -
und durchaus gut bebildert sowie auch interessant zu
lesen sind die historischen Hintergründe der
technischen Entwicklung vom ersten ungefederten
"Reitwagen" von Daimler bis zur Trapezgabel von BMW.
Allerdings ist das nicht das, was ich in einem Buch
über "Moderne Fahrwerkstechnik" erwartet habe. Und für
ein Buch über Technikgeschichte ist das ganze wieder
zu beliebig (Niveau flappsig geschriebener
Zeitschriftenartikel). Dem Autor scheint nach dem
historischen Exkurs dann auch schon die Luft
ausgegangen zu sein, und der Teil der richtigen
Fahrwerkabstimmung (immerhin im Titel!) nimmt dann nur
noch ganze 16 Seiten ein. Darin wird dann im
Schnelldurchlauf die ganzen Kontrollen, Vorbereitungen
und Einstellungen im allgemeinen erklärt.

Ein Glossar vermisst man ebenfalls wie Hinweise für
weitere Infos.

Für mich hat das ganze deutlich zu wenig Fleisch am
Knochen. M.E. ist das Kapitel "Fahrwerk" im Buch
"Motorradtechnik" von Jürgen Stoffregen (Buchtipp!!)
klarer, ergiebiger und fundierter als dieses ganze
Spezialbuch zu diesem Thema. Das Buch geht heute -
dank Rückgaberecht bei besagtem Online-Händler wieder zurück.

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Das ist ein Blog zum Thema Motorrad und (sicheres) Reisen. Schwerpunkte sind geographisch die Schweiz und motorradtechnisch meine BMW R 1150 R - mit Abstechern in Umliegendes.

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