Ich war mit meiner Lebenssozia für vier Tage in der Stadt an der Seine. Nicht mit dem Motorrad, sondern mit dem Flieger. Zur selbigen Zeit war dort zwar eine Motorradausstellung, wohin ich - unter Androhung von Prügelstrafe und Liebesentzug - allerdings nicht hin durfte ;-)
Ich habe mich damit getröstet, mir das Fleuchen und Kreuchen der "le motos" in der französischen Metropole anzuschauen.
Unbestreitbar ist darunter der Roller das übliche Verkehrsmittel. Der Hauptgrund mag sein, dass es in der Stadt kaum Parkmöglichkeiten gibt. (Wenn ich mit dem Motorrad nach Paris reisen würde, würde ich meine Q möglichst schnell im
Vinci Park Service o.ä. unterstellen und mich dann mit der Metro in der Stadt bewegen).

Es findet sich aber auch zahlreiche "richtige" Motorräder auf der Strasse, neben den vier japanischen Marken oft auch höherpreisiges wie Ducatis, Triumphs, Harleys und BMWs - davon überraschend häufig die GS! Der Grund für das regelmässige Antreffen dieser schweren Tourenmotorräder mag weniger der übermässige Sahara-Staub in Paris sein als der Wunsch, mit einer GS cool-abenteuerlich zu wirken. Meine Behauptung: also der Grund, wieso das 90% der GS-Fahrer eine GS gekauft haben.
Was ich oft gesehen habe sind hässliche Tank-Überzüge aus Leder-Imitat. Das muss eine französische oder zumindest Pariser Spezialität sein. Der Grund ist mir schleierhaft. Schutz vor Kratzer: na klar, aber man sieht ja den Tank mit so einem Präservativ sowieso nicht. Und vor einer Beule bei einem Sturz schützt der weiche Überzug ja auch kaum.

Respekt: das die Motorräder in Paris nicht nur Schönwetterfahrzeuge sind, erkennt man an der wintertauglichen Ausrüstung, die man bei uns nur bei älteren Herrschaften auf alten Zündapps oder Postboten sieht: fest montierte Handstulpen und diese plastifizierten Decken über den Knie. Bei Rollern sowieso, aber auch auf Motorrädern!

Die Fahrtaktik der 2räder ist zudem ziemlich abenteuerlich. Zunächst drängeln sich die Roller und Motorräder in der Strecke zwischen zwei Ampeln durch die Autokolonnen in gerade oder geschlängelter Linie nach vorne. Die Bikes sammeln sich dann im knatternden Rudel vor den Autos um bei Grün mit Karacho, je nach Beschleunigungsvermögen, wie die Idioten wegzusemmeln...
q_treiber - 13. Okt, 18:38